Infotag für die neue Berufliche Schule Bad Krozingen übertrifft alle Erwartungen

Letzten Freitag fand der von uns lange im Voraus geplante Infotag für die neue Berufliche Schule Bad Krozingen statt. Die Werbetrommel wurde fleißig gerührt und trotzdem blieb es bis zum Veranstaltungsbeginn um 16:00 Uhr spannend, wie groß denn die Nachfrage nach dem neuen Standort und dem neuen Bildungsangebot sein würde. Als dann fünfzehn Minuten vor Veranstaltungsbeginn die 200 gestuhlten Plätze bereits komplett belegt waren, machte sich ein nicht zu übersehendes Grinsen bei allen Kolleginnen und Kollegen breit- hatten Sie doch im Vorfeld sehr viel Zeit und Energie in die Vorbereitung investiert.
Eine ausführliche Beschreibung des Infotags wurde bereits heute in der Badischen Zeitung abgedruckt und ist hier im Folgenden nachzulesen:

Moderne Ausstattung bietet größten Vorteil

Von Dorothee Philipp

Mo, 21. Januar 2019

Bad Krozingen

Berufliche Schule in Bad Krozingen, die zum Schuljahr 2019/20 den Betrieb aufnimmt, stellte ihr Angebot vor und stieß auf großes Interesse / Anmeldung ab 1. Februar.Matthias Buss erläutert die neue Touchscreen-Tafel.   | Foto: Dorothee Philipp

BAD KROZINGEN. “Wir freuen uns auf unsere neuen Nachbarn”, stellte Sabine Stein, Schulleiterin der Bad Krozinger Max-Planck-Realschule fest, als sie zum Informationstag zur Beruflichen Schule an die 300 Gäste in der vollen Aula begrüßte. Die neue Schule in der Trägerschaft des Landkreises, die im Schuljahr 2019/20 den Betrieb aufnehmen soll, sei laut Stein ein “enormer Zugewinn” für die hiesige Schullandschaft. Bereits am 1. Februar beginnt die einmonatige Anmeldefrist, die vorläufigen Bescheide werden am 22. März vergeben.

Welche Ausbildungsgänge in der neuen Schule angeboten werden, erläuterten Christine Seifert, Schulleiterin der Kaufmännischen Schulen in Müllheim, die die Leitung der neuen Schule in Bad Krozingen übernehmen wird, sowie einige ihrer Kolleginnen und Kollegen, die dann in Bad Krozingen unterrichten werden. Mit Desponia Soilemezidou und Julius Reichardt waren auch die beiden Schulsprecher des Wirtschaftsgymnasiums und weitere Mitglieder der Schülervertretung gekommen. 500 bis 600 Schüler wird die neue Berufsschule in Bad Krozingen aufnehmen. “Klein und fein” habe den Vorteil, dass sich alle kennen, die Wege kurz und die Klassen klein seien, sagte Seifert. Sie werde angesichts des Rohbaus immer wieder gefragt, ob die Schule auch fertig werde: Das sei ganz klar der Fall, der Zeitplan sei bisher eingehalten worden. Derzeit überprüfe man zusammen mit dem Landratsamt die bestehenden Busverbindungen, wobei einige angepasst und auch neue kreiert werden, sagte Seifert. Kollegium und Schüler der Kaufmännischen Schulen Müllheim, die die neuen Ausbildungsgänge an Bad Krozingen abgeben, hatten sich viel Mühe gemacht, an verschiedenen Ständen die Angebote, das Profil und die Besonderheiten der Schule vorzustellen. Dazu gehörte auch ein Förderprojekt mit einer Partnerschule in Ecuador. Große Aufmerksamkeit erhielt eine Tafel der neusten Generation mit Touchscreen, Speichermöglichkeiten und einer Vielzahl von Funktionen. “Die Beamer werden durch dieses Allround-Medium überflüssig”, erklärte Fachlehrer Matthias Buss.

Zwei Ausbildungswege bietet die neue Schule an für Schüler, die den mittleren Bildungsabschluss geschafft haben: Das Berufskolleg I, in dem die Qualifikationen für kaufmännische Berufe sowie für Berufe im Bereich Gesundheit und Pflege mit einem hohen Anteil an praktischen und berufsbezogenen Fächern erworben werden, und das Berufliche Gymnasium, das mit seinem hohen Anteil allgemeinbildender Fächer zur allgemeinen Hochschulreife führt. Dabei gibt es mit dem Wirtschaftsgymnasium und dem Sozial- und Gesundheitswissenschaftlichen Gymnasium zwei Ausbildungsgänge, die bereits Profilfächer in den entsprechenden Bereichen anbieten. Die Organisation der beiden Bildungsgänge unterscheidet sich: Während im Berufskolleg der Klassenverband vorherrscht, gibt es im Gymnasium durch die verschiedenen Fächerkombinationen und Wahlmöglichkeiten ein Kurssystem, in dem man im Laufe des Schultags in unterschiedlichen Gruppen zusammen arbeitet. Eine wichtige Erfahrung für die Schüler sei die Selbstorganisation beim Erwerb von Wissen, berichteten die Schülervertreter. “Wenn man die allgemeine Hochschulreife will, muss man etwas tun”, meinte Schülersprecher Julius. Da reiche es nicht, wenn man einen Tag vor der Klausur zu lernen anfängt.

Walter Stengel-Rupp, Abteilungsleiter und Profilfachlehrer erläuterte die Aufnahmebedingungen und Probezeitregelungen. Für das Berufskolleg I sei ein mittlerer Abschluss erforderlich, Notenschnitte würden erst dann berücksichtigt, wenn es mehr Bewerbungen als Plätze gebe. Für das berufliche Gymnasium ist ein Notenschnitt von 3,0 in den Kernfächern erforderlich, wobei kein Fach schlechter als mit vier bewertet sein darf. Anders als im Berufskolleg, das eine Probezeit bis zum ersten Halbjahreszeugnis vorsieht, gibt es im Gymnasium keine Probezeit, aber das Angebot einer fortlaufenden Beratung.

Die Werbung für ein Fortsetzen des Bildungswegs an der neuen beruflichen Schule in Bad Krozingen stand im Mittelpunkt der Veranstaltung. Das größte Plus ist das nagelneue Schulgebäude mit einer top-modernen Ausstattung. Auch interessieren sich in der Kurstadt viele interessante Unternehmen aus der Gesundheitsbranche und nicht zuletzt das direkt benachbarte Herzzentrum für eine Partnerschaft mit der neuen Schule. Alle Klassen lernen im Tablet-Unterricht, und es gibt eine Fülle von außerunterrichtlichen Aktivitäten bis hin zu Schüleraustausch und Klassenreisen ins Ausland, wie auf einer attraktiven Bilderstrecke zu sehen war.

Fotovortrag von Erik Marquardt zur Situation auf dem Mittelmeer und anderen Fluchtrouten

Was die Geflüchteten, die unsere Schule besuchen, auf Ihrem Weg zu uns wohl alles erlebt haben mögen? Diese Frage haben sich viele unserer Schülerinnen und Schüler schon des Öfteren gestellt. Nur die wenigsten Menschen waren jedoch tatsächlich vor Ort auf den Fluchtrouten.

Der Fotograf Erik Marquardt hat die Fluchtroute über den Balkan bereist. Er hat Hot Spots in Griechenland und auf der Balkanroute besucht, Anfang 2017 war er in Afghanistan und im letzten Sommer zur Seenotrettung mit der Sea-Eye auf dem Mittelmeer. In seinem Fotovortrag  teilte er seine Eindrücke und Erlebnisse mit rund 100 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 1 und 2.

Wie sieht es in Afghanistan aus? Was bewegt die Menschen dort zur Flucht und wie ist die Lage auf dem Mittelmeer? Was widerfährt den Flüchtenden unterwegs und welche Rolle spielt unsere Politik?

Das Publikum lauschte sehr aufmerksam den eindrücklichen Worten und Schilderungen von Erik Marquardt.

Beeindruckend schilderte er die  Flüchtlingslager in der Hauptstadt von Afghanistan, Kabul, in denen die Menschen, die innerhalb ihres eigenen Landes auf der Flucht sind, nur unzureichend mit Nahrungsmitteln versorgt werden und viele wegen der erbärmlichen Zustände – Hygiene, fehlenden Medikamente, kaputte Zelte usw. – den Winter nicht überstehen. Außerdem war den Schülern nicht bekannt, dass in Afghanistan 9 Millionen Menschen von der Versorgung der UNO abhängen. Was die Frage aufkommen lässt, wieso man abgelehnte Asylbewerber wieder nach Afghanistan abschiebt, ein Land , dessen Sicherheitslage vom Auswärtigen Amt als gefährlich eingestuft wird.

Besonders eindrücklich waren auch die Fotos der völlig überladenen Schlauchboote bei der Abfahrt von der türkischen Küste zu den griechischen Inseln, von denen viele nie ihr Ziel erreichten und viele Menschen im Mittelmeer den Tod fanden. Was natürlich genauso geschieht auf den gefährlichen Wegen z.B. von Libyen Richtung Italien, wo es den Hilfsorganisationen verboten ist, in Seenot befindliche Menschen zu retten.

Man hatte zum Schluss des gut einstündigen Vortrags noch genügend Raum, um Fragen zu stellen, was auch rege genutzt wurde.

Ein großer Dank für die Organisation der Veranstaltung gilt an dieser Stelle unserer engagierten Kollegin Frau Esther Mergard-Chaer. Der Vortrag wurde von der Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ) sowie dem Förderkreis unserer Schule gefördert.

 

Waffelverkauf für die WG 12/1- Studienfahrt

Nächstes Jahr steht auch für unseren Jahrgang etwas an, worauf sich sicherlich schon viele Schüler und Schülerinnen freuen: Die Studienfahrt!

Innerhalb unserer Klasse waren wir uns da ziemlich schnell einig, wohin die Reise gehen soll.

Split, eine kulturell und historische sehr ansprechende Stadt an der kroatischen Küste.

So einfach das Reiseziel feststand, umso schwerer wurde das Thema der Finanzierung.

Nach der ursprünglichen Idee des weihnachtlichen Tüteneinpackens bei gewissen Filialen, stellte sich nach ein paar E-Mails und Telefonanrufen heraus, dass wir zu spät dran waren.

Was nun?

Vielleicht einen billigeren Reiseort suchen, Ansprüche zurückstellen?

Nun ja, wir wären nicht die 12/1 der kaufmännischen Schulen Müllheims,

wenn wir auch für solche Kleinigkeiten keine Lösung fänden.

So stand nach kurzer Zeit fest, wir würden mit einem Waffel und Crêpes-Stand zur weihnachtlichen Stimmung am Müllheimer Weihnachtsmarkt beitragen.

Die Planung für den gesamten Weihnachtsstand wurde dabei großteils von unserer Klasse getragen, auch wenn unsere Klassenlehrerin Frau Neidhardt uns tatkräftig zur Seite stand.

Bei der Kommunikation untereinander stellte sich ein weiteres Mal die schöne Klassengemeinschaft und deren Zusammenhalt heraus.

Selbst das Wissen aus BWL half uns letztendlich, gegen jede Erwartung, bei der Erstellung einer Vorkalkulation und Selbstkostenermittlung.

Am Ende sorgten all diese Faktoren für eine unvergessliche, schöne Weihnachtsaktion bei der wir auch sehr zufrieden mit einer gefüllten Klassenkasse den Weihnachtsmarkt verließen.

Solidarität für vier Pfoten

Lehrerfußball-Team eine Runde weiter!

Auch in diesem Jahr schaffte es unser kleines aber feines Lehrer-Fußball-Team, sich in der ersten Runde der Lehrer-Fußballrunde zu behaupten und darf somit weiter um den Einzug ins Finale im schönen Saig mitspielen.

In einem spannenden Stadt-Derby gegen das Team des Markgräfler-Gymnasiums setzte sich das Team der Kaufmännischen Schulen Müllheim nach Verlängerung mit 5:4 durch. Das Quäntchen Glück war definitiv zum Schluss auf unserer Seite und so freut sich das Team auf die nächste Runde.

Saig wir kommen (ein Stückchen näher)!

Die Welt erleben und mitgestalten

Auch in diesem Jahr organisierten wir eine Informationsveranstaltung für alle interessierten Jugendliche, die sich für einen Freiwilligendienst im Ausland nach dem Abitur interessieren.
Herzlichen Dank an die tollen Referentinnen Samanta Fuentes und Vera Tolksdorf sowie an Rodrigo da Silva, die sehr lebendig über die Einsatzstellen ihrer Organisationen “weltweit” informierten!
Die Badische Zeitung berichtete über diese Veranstaltung, hier geht’s zum Artikel.

Info- Veranstaltung: Freiwilligendienst im Ausland

Info-Veranstaltung für alle interessierten Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 1 und 2

Termin: Freitag, 09. November 2018, 14.00 – 15.30 Uhr

Veranstaltungsort: Kaufmännischen Schulen Müllheim (Raum 311)

Aufbrechen, ein neues Land und eine andere Kultur kennenlernen, anderen Menschen helfen, Erfahrungen sammeln, Beziehungen knüpfen. Nach dem Abitur steht Euch die Welt offen.

Wir haben Vertreterinnen von Entsendeorganisationen und ehemalige Freiwillige eingeladen, über ihre Erfahrungen während ihrer Auslandstätigkeit zu berichten und das Angebot ihrer Entsendeorganisationen vorzustellen. Fest zugesagt haben:

  • Rodrigo da Silva von der Fachstelle Internationale Freiwilligendienste der Katholischen Erzdiözese Freiburg. Er informiert über die Freiwilligenprogramme „weltwärts” und „Internationaler Jugendfreiwilligendienst” und stellt Einsatzstellen der Fachstelle in Südafrika, Israel, (Nord-)Irland und Peru vor.
  • Samanta Fuentes, ehemalige weltwärts-Freiwillige und heute aktives Mitglied im Verein “BeSo – Begegnung und Solidarität”. Sie stellt ihren Verein und dessen Einsatzstellen in Ecuador vor und berichtet über ihre Erfahrungen im Kinderhort „Centro La Bota“ in Quito.
  • Vera Tolksdorf, die ihren Freiwilligendienst bei der Entsendeorganisation EIRENE leistete. Sie wird von ihrem Freiwilligendienst in der Fondation Orient-Occident in Rabat, Marokko, erzählen und über EIRENEs andere Einsatzstellen, u.a. in den USA, Rumänien, Bolivien und Uganda informieren.

Wir laden herzlich ein und freuen uns auf ein interessantes Treffen,
Rolf Kannen (Georg-Kerschensteiner-Schule) und Jörg Beckert (Kaufmännische Schulen Müllheim)

Herbsten für einen guten Zweck 2018

HEITERSHEIM. Beim diesjährigen „Herbsten für einen guten Zweck“ der Kaufmännischen Schule Müllheim waren wieder zahlreiche Schülerinnen und Schüler in den Reben des Heitersheimer Weinguts Zotz im Einsatz. Wie immer verzichtete das ganze Team zugunsten der Kinder des Kinderhorts „Centro La Bota“ in Quito, Ecuador, auf einen Lohn.

Bereits seit 2010 leisten jedes Jahr zwei Schülerinnen oder Schüler des Wirtschaftsgymnasiums Müllheim im Rahmen eines Schüleraustausches ihr Praktikum im Centro La Bota. Im vergangenen März waren das Debora König und Eric Schelb. Für die Jugendlichen war es selbstverständlich, beim Herbsten tatkräftig mitzuhelfen. Die Weinlese fand an zwei Nachmittagen von 12:30 Uhr bis 17:00 Uhr im Weingut Zotz statt. Weitere geplante Termine mussten wetterbedingt leider abgesagt werden. Die Helferinnen und Helfer erwartete ein leckeres Mittagessen, bevor es gestärkt an die Arbeit ging.

„Ich habe hautnah miterlebt, wie es den Kindern im Centro La Bota geht und dass sie ohne den Hort keine anständigen Mahlzeiten bekommen würden“, erzählt Debora König von ihrer aufregenden Zeit in Quito. Sie besucht die 13. Klasse des Wirtschaftsgymnasiums und hat schon an zahlreichen Solidaritätsaktionen zugunsten des Horts teilgenommen. Sie hoffe, dass durch die Spenden schon bald die Kapazitäten der Einrichtung erweitert und noch mehr Kinder aufgenommen werden können. Auch Eric Schelb ist schon lange bei dem Schulprojekt mit dabei. „Am besten hat mir gefallen, in einer Gemeinschaft inmitten der Natur zu arbeiten“, sagt er. Da auch einige Geflüchtete unter den Arbeitern waren, sei es zu interessanten Gesprächen über deren Herkunft, Flucht und Religion gekommen.

Marcel Leucht ist in der 12. Klasse und hatte im Juni 2018 Besuch seines ecuadorianischen Austauschpartners. Im März 2019 findet gemeinsam mit Elisabeth Wöhrle der Gegenbesuch statt. Dabei werden die beiden wie ihre Vorgänger auch ein zweiwöchiges Praktikum im Centro La Bota machen. „Ich bin mir bewusst, dass meine gemeinnützige Arbeit nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist“, weiß Marcel Leucht. Trotzdem bereite es ihm Freude, zu wissen, dass er Kindern in Not durch einen kleinen Beitrag helfen könne. Ein weiterer Pluspunkt: „Durch das Herbsten ergeben sich oft einzigartige Begegnungen, sei es in den Reben oder beim gemeinsamen Essen.“ Und selbst wenn die Arbeit in den Reben anstrengend und mit viel Schweiß verbunden ist, so sei es ein erhebendes Gefühl mit einem guten Gewissen nach Hause zu gehen.

Auch die 21-jährige Samanta Fuentes aus Ecuador war bei der Aktion im Einsatz. Sie erzählt, dass sie besonders eng mit dem Centro La Bota verbunden ist: „Das Centro war acht Jahre lang meine zweite Heimat, dort bin ich groß geworden.“ Nach einem vom Verein „BeSo – Begegnung und Solidarität e.V.“ betreuten weltwärts-Freiwilligendienst in einem Freiburger Kindergarten besucht sie seit September 2018 das einjährige Berufskolleg mit Fachrichtung Sozialpädagogik.

„Unsere Aktion „Herbsten für einen guten Zweck“ hat an unserer Schule eine lange Tradition und findet in diesem Jahr bereits zum neunten Mal statt“, erklärt Jörg Beckert, Lehrer am Wirtschaftsgymnasium Müllheim. Wichtig sei dabei vor allem, dass alle Beteiligten, also sowohl die mithelfenden Jugendlichen als auch die mitmachenden Weingüter so zufrieden sind, dass sie auch im nächsten Jahr wieder gerne mit dabei sind.

Seit vielen Jahren ist das Weingut Zotz aus Heitersheim einer der Winzerbetriebe, die das Projekt unterstützen. „Ich finde es toll, wenn sich junge Leute sozial engagieren und durch ihre Mithilfe bei der Weinlese die Kinder in La Bota unterstützen“, erklärt Julian Zotz. Mit den Helfern habe man bisher ausgesprochen gute Erfahrungen gemacht: „Sie sind motiviert und integrieren sich gut in die Gruppe.“ Leider sei es dieses Jahr nicht einfach gewesen, geeignete Termine zu finden. „Aufgrund der hohen Temperaturen mussten wir die Lese häufig schon zum Mittag abbrechen. Das verträgt sich natürlich schlecht mit der Schule.“ Trotzdem, so Zotz, konnten wieder viele wunderschöne und gesunde Trauben zugunsten der Kinder des Centro La Bota geherbstet werden.

 

Autorin: Jennifer Ruh

Party bringt Schulen zusammen

Der Countdown läuft: In genau einem Jahr öffnet die Berufliche Schule Bad Krozingen ihre Tore. Da verwundert es kaum, dass das Interesse am neuen Schulgebäude mit voranschreitendem Bauprozess immer weiter wächst. Deshalb organisierten die Kaufmännischen Schulen Müllheim, die mit dem größten Teil ihres pädagogischen und nichtpädagogischen Personals in die neue Schule in Bad Krozingen einziehen wird, am letzten Tag der Sommerferien eine Baustellenparty. Dankenswerterweise stellte das Kreisgymnasium Bad Krozingen seine Aula samt Garnituren und Gasgrill zur Verfügung.

Selbstverständlich war die Lehrerschaft des Kreisgymnasiums auch eingeladen; zum einen, um sich gegenseitig kennenzulernen, aber auch als kleine Wiedergutmachung- müssen sie doch tagtäglich den Baulärm und -schmutz der Baustelle ertragen. So kam es, dass rund 80 KollegInnen beider Schulen gemeinsam bei Grillwurst und Kaltgetränk den Worten des stellvertretenden Bauherrn, Herrn Hartmut Klein, lauschten, der einen interessanten Einblick in den Bauprozess und -fortschritt gab. Frau Steinke vom Amt für Schule und Bildung im Landratsamt war als Vertreterin des Schulträgers ebenfalls anwesend und feierte mit.

Es war ein rundum gelungenes Fest, das sehr dazu beitrug, die Vorfreude aller auf das Schulleben am künftigen Standort weiter wachsen zu lassen.

Ein besonderer Abschluss

Ohne Deutschkenntnisse gestartet (VABO), haben es 13 Schüler an den Kaufmännischen Schulen aus der VABR Klasse geschafft
Artikel von Beatrice Ehrlich (Badische Zeitung)

MÜLLHEIM. Es war ein weiter und oft steiniger Weg für alle Beteiligten mit glücklichem Ende: An den Kaufmännischen Schulen haben 13 Schüler, die vor zwei Jahren ohne Deutschkenntnisse (VABO) ihre Schullaufbahn starteten, einen „dem Hauptschulabschluss gleichwertigen Schulabschluss“ geschafft. Mit der Zeugnisübergabe durch Rektorin Christine Seifert am Montag gingen zwei ereignisreiche Jahre zu Ende, in denen die Schüler viel mehr gelernt haben als Mathematik und Deutsch.
Den Lehrerinnen, allen voran Klassenlehrerin Esther Mergard-Chaer, ist der Stolz anzusehen darauf, was ihre Schützlinge in den vergangenen zwei Jahren geleistet
und erreicht haben. Hinter dem Schulerfolg der jungen Männer, von denen die meisten als Flüchtende nach Deutschland gekommen sind, steckt Fleiß und Beharrlichkeit und nicht zuletzt ein Lehrerteam, das sich mit außergewöhnlichem Engagement auf die besonderen Herausforderung dieser ungleichen Klasse eingelassen hat. Wöchentlich habe man sich zusammengesetzt, um den Unterrichtsablauf immer wieder neu zu planen, passend zu den Bedürfnissen der Schüler, die aus Ländern wie Afghanistan, Eritrea, Syrien, Somalia, dem Kosovo, Kroatien und Spanien stammen. Auf dem Lehrplan standen neben der deutschen Sprache und Grundkenntnissen in Mathematik auch der Erwerb berufsbezogener und lebensweltbezogener Kompetenzen, Religionslehre und Sport ergänzt durch eigene, selbst erarbeitete Projekte.
Zusammen lernen in einer Gruppe mit so unterschiedlichen Voraussetzungen, sei für die Jugendlichen, von denen viele aus anderen Kulturkreisen kommen, nicht immer leicht gewesen, berichtet die Klassenlehrerin. Fragen der Religion, aber auch der Politik führten zu hitzigen Diskussionen im Klassenzimmer. Erst nach Monaten wurden aus den jungen Männer die „Brüder“, als die sie sich heute untereinander ansprechen. Dass die Schüler trotz ihres jungen Alters neben der Schule noch viele andere Probleme mit sich herumtragen, davon weiß Margarete Brugger zu berichten, die die Klasse als Schulsozialarbeiterin begleitet hat. Viele seien traumatisiert. Als Begleiterin für alle persönlichen Belange – sei es das Asylverfahren, die Lehrstellensuche, die Vermittlung von Therapeuten –, aber auch als besonnene Ratgeberin bei Heimweh und allem, was Jugendliche in der Pubertät bewegt, ist sie ihnen in dieser Zeit besonders nahe gewesen.

Einer, der mit Optimismus in die Zukunft sieht, ist der 18-jährige Mokthan Hoseini, der im Herbst eine Ausbildungsstelle als Tischler antreten wird. Über Pakistan, wo er als Kind mit seiner Mutter und drei Geschwistern lebte, und später Iran, wo die Zukunftsaussichten schlecht waren, ist er vor zwei Jahren nach Deutschland gekommen mit dem Wunsch, Arbeit zu finden. Bis er hier ankam, hatte Mokthan nie eine Schule besucht, schon mit acht Jahren hatte er erst einen Bauchladen, dann seinen eigenen kleinen Verkaufstisch mit Süßigkeiten auf einem Basar in Quetta. Drei Jahre hat er schon als Tischler gearbeitet, ein weiteres als Schneider. Jetzt steht er in flüssigem Deutsch Rede und Antwort. Für seine besondere Leistung bei der Abschlussprüfung mit einem Notendurchschnitt von 1,5 hat er einen Schulpreis zuerkannt bekommen.
Er ist dankbar: Es sei ihm viel geholfen worden, aber auch er selbst habe sich sehr angestrengt. „Wie die Arbeit, so der Lohn“, sagt er. Ähnlich sieht es Agon Sadiku (19) aus dem Kosovo, der seit er 14 Jahre alt war, in drei verschiedenen Ländern gelebt hat und jetzt einen Ausbildungsvertrag mit einem Neuenburger Heizungs- und Sanitärbetrieb in der Tasche hat: „Wer arbeiten und ein Ziel erreichen will, der kann das“, sagt er. Die größte Schwierigkeit sei für ihn das Erlernen der deutschen Sprache gewesen.
Ebenfalls Schulpreisträger ist Hamza Direye (19) mit einem Notendurchschnitt von 1,6. Er kam vor zweieinhalb Jahren aus Somalia, das er wegen Kriegs verlassen hat. Arbeiten, dazugehören wollte er von Anfang an: Neben der Schule hat der sportliche Jugendliche sich auch beim Turnverein Müllheim engagiert. Auch er wird eine Ausbildung in einem Heizungs und Sanitärbetrieb beginnen. Am Schluss stellen sich alle mit Blumen und Zeugnissen für ein gemeinsames Erinnerungsfoto auf, bevor es weitergeht zum Grillen und Feiern im katholischen Pfarrgarten. Einige fehlen heute aber auch: drei Schüler, die die Prüfung beim ersten Anlauf nicht bestanden haben, aber auch zwei, bei denen die Drogen die Überhand gewonnen haben über den Wunsch, zu lernen und sein Leben selbst zu gestalten.

Den „dem Hauptschulabschluss gleichwertigen Schulabschluss“ des Vorqualifizierungsjahrs Arbeit/Beruf in der Regelform (VABR) an den Kaufmännischen Schulen haben bestanden: Ali Al Halaki, Ali Al Hamada-Alkhalaf, Saleh Alzeabi, Israel Joaquín Cejudo Roca (Lob), Hamza Direye (Preis), Moussa Gholami (Lob), Mokhtan Hoseini (Preis), Mohammad Edris Mohseni, Ali Nezami, Esmatullah Rahimi, Agon Sadiku, Omar Salihi, Tomislav Turkovic.


Auch das Lehrerteam und Klassenlehrer der VABO, Jochen Balzer, freuen sich mit ihren Schülern über deren Zulassung in das Vorqualifizierungsjahr Arbeit/Beruf in der Regelform (VABR):

VABO 2018