Fotovortrag von Erik Marquardt zur Situation auf dem Mittelmeer und anderen Fluchtrouten

Was die Geflüchteten, die unsere Schule besuchen, auf Ihrem Weg zu uns wohl alles erlebt haben mögen? Diese Frage haben sich viele unserer Schülerinnen und Schüler schon des Öfteren gestellt. Nur die wenigsten Menschen waren jedoch tatsächlich vor Ort auf den Fluchtrouten.

Der Fotograf Erik Marquardt hat die Fluchtroute über den Balkan bereist. Er hat Hot Spots in Griechenland und auf der Balkanroute besucht, Anfang 2017 war er in Afghanistan und im letzten Sommer zur Seenotrettung mit der Sea-Eye auf dem Mittelmeer. In seinem Fotovortrag  teilte er seine Eindrücke und Erlebnisse mit rund 100 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 1 und 2.

Wie sieht es in Afghanistan aus? Was bewegt die Menschen dort zur Flucht und wie ist die Lage auf dem Mittelmeer? Was widerfährt den Flüchtenden unterwegs und welche Rolle spielt unsere Politik?

Das Publikum lauschte sehr aufmerksam den eindrücklichen Worten und Schilderungen von Erik Marquardt.

Beeindruckend schilderte er die  Flüchtlingslager in der Hauptstadt von Afghanistan, Kabul, in denen die Menschen, die innerhalb ihres eigenen Landes auf der Flucht sind, nur unzureichend mit Nahrungsmitteln versorgt werden und viele wegen der erbärmlichen Zustände – Hygiene, fehlenden Medikamente, kaputte Zelte usw. – den Winter nicht überstehen. Außerdem war den Schülern nicht bekannt, dass in Afghanistan 9 Millionen Menschen von der Versorgung der UNO abhängen. Was die Frage aufkommen lässt, wieso man abgelehnte Asylbewerber wieder nach Afghanistan abschiebt, ein Land , dessen Sicherheitslage vom Auswärtigen Amt als gefährlich eingestuft wird.

Besonders eindrücklich waren auch die Fotos der völlig überladenen Schlauchboote bei der Abfahrt von der türkischen Küste zu den griechischen Inseln, von denen viele nie ihr Ziel erreichten und viele Menschen im Mittelmeer den Tod fanden. Was natürlich genauso geschieht auf den gefährlichen Wegen z.B. von Libyen Richtung Italien, wo es den Hilfsorganisationen verboten ist, in Seenot befindliche Menschen zu retten.

Man hatte zum Schluss des gut einstündigen Vortrags noch genügend Raum, um Fragen zu stellen, was auch rege genutzt wurde.

Ein großer Dank für die Organisation der Veranstaltung gilt an dieser Stelle unserer engagierten Kollegin Frau Esther Mergard-Chaer. Der Vortrag wurde von der Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ) sowie dem Förderkreis unserer Schule gefördert.